Digitales Vermächtnis

In Deutschland sterben jährlich etwa 800000 Menschen – egal ob die Verstorbenen Mitglied einer religiösen Glaubensgemeinschaft waren oder nicht, werden sie auf einem der Friedhöfe beigesetzt (Bestattungspflicht, Totenfürsorgepflicht) und oft schalten die Angehörigen in Zeitungen Traueranzeigen – etwa 400000 pro Jahr. Zumindest für 15 bis 20 Jahre wird ein Grab angelegt, mehr oder weniger oft von den Angehörigen besucht und gepflegt, bis es irgendwann zur Grabaufhebung kommt. Daran hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert.

Beim Abschied von eigenen Angehörigen ist den Gründern von emorial.de aufgefallen, dass oft kaum mehr als ein Grabstein und einige Kisten voller Erinnerungsstücke von liebsten Mitmenschen übrig bleibt. Und auch an diesen Fotos, Dokumenten, Schulheften, Büchern oder Filmen nagt der Zahn der Zeit. Noch mehr verblassen Erinnerungen an gemeinsame Stunden und Erlebnisse. Während die meisten derzeit Lebenden (zwangsläufig und mitunter ungewollt) ihre Spuren im Internet hinterlassen, existiert von der Mehrheit der Verstorbenen im weltweiten Datennetz nichts. Nur sehr wenige Großmütter, verstorbene Väter oder Vorfahren konnten ihre Vita, ihre Errungenschaften oder ihre Gedanken im Internet kundtun, speichern oder verbreiten. Aus diesem offensichtlichen Defizit haben die Gründer von eMORIAL, Martin Kunz und Anton Stuckenberger, ein Portal kreiert, das es jedem ermöglicht, für verstorbene Angehörige und Freunde einen digitalen Erinnerungsplatz im Internet zu schaffen.

Wir möchten, dass diese persönlichen Memorials dazu beitragen, das Erbe unserer Liebsten vital zu halten. Wenn Sie es bevorzugen, dass nur Angehörige und Freunde alle Texte, Bilder und Dateien der von Ihnen angelegten Memorials lesen bzw. öffnen können, empfehlen wir Ihnen, dies über den codierten Familienzugang zu regeln. So sehr wir als Betreiber uns und die Besucher des Portals sich über frei zugängliche und interessante Lebensgeschichten, Fotos oder Audio/Video-Dateien freuen, bitten wir Sie, doch zu überdenken, welche Inhalte für die Allgemeinheit verfügbar sein sollen. Das digitale Vermächtnis soll vor allem dem Verstorbenen gerecht werden und seinen Wünschen nach Öffentlichkeit entsprechen.

Die häufige Suche im Internet nach den Begriffen - Onlinefriedhof, Internetfriedhof, Webfriedhof, Trauer, Kondolenz o.Ä. - verdeutlicht die Notwendigkeit eines pietätvollen Erinnerungsportales.